Marktüberblick Indien

Der indische Subkontinent umfasst eine Fläche von fast 3,3 Millionen Quadratkilometern. Über 1,3 Mrd. Einwohner bevölkern vor allem die Ballungsräume rund um Metropolen wie Delhi, Mumbai und Kalkutta. Damit ist Indien das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei ca. 1,15%. Vor allem die hohe Geburtenrate von 19 Kindern pro 1.000 Einwohner macht Indien zu einem attraktiven Markt für Spielwaren.

Die dynamische Wirtschaft Indiens

Das Wirtschaftswachstum in Indien lag 2016/1017 bei 7,1% bei einem Bruttoinlandprodukt von rund 2.600 Mrd. US Dollar. Dabei sind die Aussichten für die Zukunft weiterhin günstig. Der Anteil der arbeitenden Bevölkerung (15-59 Jahre) soll laut Prognosen des auswärtigen Amtes bis 2026 um bis zu 70% steigen. Auch der Handel wird für Indien zunehmend wichtiger. Im Zeitraum von 2000 bis 2017 verdreifachten sich die Exporte und erreichten eine Höhe von 256 Milliarden US Dollar. Als einer der BRIC-Staaten zählt Indien zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt.

Indiens Konsumfreude wächst

Trotz einer weit auseinander klaffenden Einkommensschere entwickelt sich in Indien dank langsam steigender Einkommen eine stabile Mittelschicht. Damit hat sich im Land ein relevanter Absatzmarkt für viele Konsumgüter gebildet. Aufgrund der Bevölkerungsgröße ist die kollektive Kaufkraft enorm. 2016/17 betrugen die Konsumausgaben 1,3 Bill. US-Dollar. Indien zählt damit zu einem der größten Konsumgütermärkte weltweit. Da der indische Markt noch nicht gesättigt ist, bietet er für ausländische Unternehmen spannende Einstiegschancen.

Der indische Spielwarenmarkt

Die indische Bevölkerung ist überdurchschnittlich jung. Der Anteil an Kindern im Alter von 0-14 Jahren liegt bei über 27%. Die hohe Geburtenrate wirkt sich zusätzlich  positiv auf den Umsatz im Segment „Spielzeug & Baby“ aus, der derzeit bei rund 1.045 Mio. € liegt. Experten erwarten weiteres Wachstum für den indischen Spielwarenmarkt. So gewinnt auch der Import an Bedeutung. Die meisten Produkte werden aus China, den USA und Großbritannien eingeführt. Vor allem die Spielzeugimporte aus China nehmen aufgrund der niedrigen Einkaufspreise in der Volksrepublik zu.

Die Trends des indischen Spielwarenmarktes

Die Spielwarentrends in Indien werden durch das steigende Bildungsniveau beeinflusst. Immer mehr Eltern bevorzugen edukatives Spielzeug, um das spielerische Lernen der Kinder zu fördern. Auch traditionelle Spielwaren wie Bausteine oder Puppen erfreuen sich großer Beliebtheit und weisen konstante Umsatzwachstumsraten auf. Hochpreisiges Spielzeug wie Roboter und Drohnen sind aufgrund von strengen gesetzlichen Vorlagen hingegen noch unterrepräsentiert.

Intensive Werbeaktivitäten rund um die Einführung neuer Produkte haben in den vergangenen Jahren zu einer Verstärkung des Markenbewusstseins geführt. Im Zuge dessen erhöht sich die Nachfrage nach Markenspielzeug in der indischen Bevölkerung. Vor allem internationale Player sind gefragt. Neben internationalen Marken sind auch Lizenzen aus dem Ausland sind ein wichtiger Faktor für die indische Spielwarenbranche. Besonders populäre Lizenzspielwaren sind Actionfiguren und Zubehör.

Vertrieb im stationären Handel

Den wichtigsten Vertriebsweg von Spielwaren in Indien bildet der stationäre Handel. Rund 98,3% der Umsätze werden hier generiert. Mit über 90% geht der Hauptteil dieser Umsätze auf den Nicht-Lebensmittelhandel zurück. Dieser besteht zumeist aus kleinen, auf bestimmte Warengruppen spezialisierten Läden. Nur wenige Inder tendieren zum Onlinehandel und kaufen Kinderspielzeug im Internet. Durch die zunehmende wirtschaftliche und infrastrukturelle Erschließung des Landes wird ein künftiger Wandel der Handelsstrukturen eher in Richtung organisiertem Einzelhandel erwartet.