Der japanische Spielwarenmarkt
Japans Spielwarenbranche scheint die globale Finanzsituation besser zu meistern als andere Wirtschaftszweige. Im Fiskaljahr 2008 wurden im Einzelhandel 663,6 Milliarden Yen umgesetzt, nur etwa 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Andere Branchen hingegen verbuchten weitaus größere Einbrüche. Insbesondere die geringen Geburtenraten verhindern größeres Wachstum.
Spielwaren internationaler Hersteller sind in Japan weit verbreitet. 2008 wurden Produkte im Wert von etwa 163,2 Milliarden Yen importiert. Bei preiswerten Spielwaren haben chinesische Importe die Nase vorn. Westliche Anbieter sind ebenfalls vertreten und genießen trotz höherer Preise einen ausgezeichneten Ruf.
Marktvolumen
| 2006 | 2007 | |
Markvolumen (in Milliarden Yen) | 651,3 | 670,9 |
Produkte
Der japanische Markt für Videospiele ist mit rund 658 Milliarden Yen fast genauso groß wie der eigentliche Spielwarenmarkt. Die steigende Beliebtheit der Videospiele führt in den meisten Spielwarensegmenten zu einem rückläufigen Marktgeschehen.
Bei klassische Karten-, Gesellschafts- und Brettspielen sank das Marktvolumen 2007 um 0,7 Prozent auf 13,5 Milliarden Yen. Elektronische Spielwaren erwirtschafteten 2007 55 Milliarden Yen, 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Absatz von Babyprodukten und Puzzles sank aufgrund rückläufiger Geburtenraten und fehlender Kassenschlager.
Pädagogisches Spielzeug hingegen entwickelt sich zunehmend positiv: 2007 wuchs dieses Segment um 0,7 Prozent auf 47,8 Milliarden Yen. Auch der Bereich Modell- und Hobbywaren verzeichnete 2007 ein Gesamtwachstum von 2,6 Prozent auf 48,6 Milliarden Yen. Saisonbezogene Spielwaren erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit: Ein Zuwachs von 1,6 Prozent führte zu einem Marktvolumen 2007 von 31 Milliarden Yen.
Als Kassenschlager haben sich in den vergangenen Jahren Sammelkartenspiele herausgestellt. Sie verzeichneten 2008 einen Zuwachs von fast 40 Prozent. Ähnlich beliebt ist Kochspielzeug.
Kauftendenzen
In Japan werden Spielwaren meist von Müttern und Großmüttern gekauft. Die Rolle der Väter nimmt mit zunehmendem Kindesalter ab. Auch Großväter kaufen eher selten Spielwaren für die Enkelkinder.
Bei der Anschaffung eines Spielzeugs steht für mehr als 80 Prozent der Käufer die Sicherheit des Produkts im Vordergrund. Weitere Kaufkriterien sind neben dem Preis auch die Förderung der geistigen und pädagogischen Entwicklung des Kindes.
Spielwaren werden bevorzugt in Fachgeschäften in Shoppingcentern und so genannten Suburban Stores gekauft. Beliebt ist zudem auch der Internetversandhandel. Selten hingegen werden Spielwaren bei Internetauktionen oder auf Basaren und Flohmärkten erworben.
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