Spielwarenmarkt Russland

Die russische Spielwarenbranche

Experten sprechen von stabilen Wachstumsraten des russischen Spielwarenmarktes. Die aktuelle Wirtschaftskrise wird die Branche vermutlich gut überstehen, zumal der Rückgang des BIP sich bereits abschwächt. Insbesondere der russische Baby-Boom seit 2007 und der wachsende Mittelstand bergen ein enormes Potenzial. Dabei ist der Markt für Babys und Kleinkinder der vielversprechendste Wachstumsmarkt.

Ausgaben für Kinderspielwaren

Vergleicht man die Ausgaben für Spielwaren in Russland, so ist ein klarer Unterschied zwischen Moskau und dem Rest des Landes sowie zwischen den Großstädten und der ländlichen Bevölkerung erkennbar. Während in den Städten ca. 460 Rubel (ca. 6,40 €) im Monat für Spielwaren ausgegeben werden, liegt der Betrag auf dem Land bei durchschnittlich etwa 170 Rubel (ca. 2,40 €). Mit rund 10,5 Millionen Einwohnern werden in Moskau ca. 25 % mehr für Spielwaren ausgegeben als im Rest des Landes. Insgesamt bilden die Haupteinkäufergruppe Eltern mit Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren (45,3 %).

Spielwaren werden in Fachgeschäften gekauft

In Russland entwickeln sich die modernen Formen des Einzelhandels und der Aufbau von Handelsketten dynamisch weiter. Derzeit werden Spielwaren vor allem in Fachgeschäften (38 %) und auf Jahrmärkten (31 %) gekauft. Supermärkte und so genannte Hypermärkte generieren etwa 19 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Internethandel ist inzwischen zum Trend geworden. Besonders in den Großstädten wie Moskau und St. Petersburg nutzen bereits 28 % der Eltern Internetshops, um Spielwaren einzukaufen. In den ländlichen Regionen ist die Entwicklung noch nicht so vorangeschritten, jedoch wird zukünftig ein Wachstum erwartet.

Faktoren bei der Spielzeugwahl

Bei der Kaufentscheidung steht in Russland die Sicherheit des Kinderspielzeugs an erster Stelle. Aber auch die Qualität der Spielwaren gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit. Generell werden immer häufiger Marken- und Lizenzspielwaren nachgefragt. Es ist außerdem ein Trend hin zu interaktiven Spielwaren und weg von rein traditionellen Spielzeugen erkennbar.

Entwicklung einer einheimischen Industrie für Kinderartikel

Nachdem zunehmend Sorgen über die Qualität und Sicherheit von Spielwaren laut wurden, verabschiedete die russische Regierung 2013 einen Beschluss zur Förderung von einheimischen Spielwarenherstellern. Hauptziel dieser neuen Strategie ist es, für mehr Spielzeugsicherheit zu sorgen und dabei gleichzeitig die Preise auf einem erschwinglichen Niveau zu halten. Außerdem sollen kleine und mittlere Unternehmen sowie Neugründungen subventioniert werden. Es ist demnach zu erwarten, dass der lokale russische Spielwarenmarkt stark von der neuen Strategie profitieren wird.